Bitcoin-Erkenntnisse 1

Spätestens nach der Finanzkrise 2008 war mir klar geworden, dass es ein Problem nicht im, sondern mit dem Finanzsystem gibt. Mit Antibiotika in Form von viel Geld hatte man versucht, den Ausbruch einer bereinigenden Krise zu stoppen – zunächst erfolgreich, wie es schien, aber man hatte das Problem nur zeitlich in die Zukunft verschoben.

Den gleichen Gedanken hatte auch ein Entwickler, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein neuartiges Zahlungssystem entwarf – den Bitcoin. Nachdem ich mich bereits 2014 mit Kryptowährungen auseinandergesetzt hatte und dann immer wieder mit größeren Abständen das Thema verfolgt habe, sind (nicht nur) mir erst in den letzten beiden Jahren einige Aspekte des Bitcoin wirklich klar geworden: Bitcoin hat eine besondere Eigenschaft – es wird für immer nur 21 Millionen BTCs geben. Das hat Konsequenzen, denn es wirkt wie eine Art Kontrastmittel oder Filter, die zu einem Augenöffner werden und einen Riss in der Matrix erzeugen.

Die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema kann ich dem Leser nicht abnehmen und eine Finanzberatung ist es sowieso nicht, aber ich versuche einige gedankliche Impulse zu geben.

Das FIAT-Geld wird schleichend – mal weniger, mal mehr offensichtlich – entwertet.

Im Grunde sollte diese Visualisierung jedem Menschen mit basalen Mathematikkenntnissen oder nur reinem Überlebensinstinkt die Haare zu Berge stehen lassen. Aber unsere Wirklichkeit sieht anders aus, denn der Durchschnittsmensch arbeitet im Laufe seines Lebens 90.000 Stunden, nimmt sich aber nicht einmal eine Stunde Zeit, um sich zu informieren, wie das Geld, für das er arbeitet, tatsächlich funktioniert.

Wir sind bereits in einer postfaktischen Ökonomie, in der Fiat-Währungen zu Mediensystemen geworden sind, die durch Propaganda und Glaubenstheater aufrechterhalten werden. Und nur so kann der größte Diebstahl des Jahrhunderts direkt vor unseren Augen stattfinden: Die Energie und die Zeit von Milliarden Menschen – kostbare Lebenszeit – wird durch die Gelddrucker abgesaugt.

Der Tiefpunkt ist übrigens noch nicht erreicht, die Währungen werden weiter fallen, bis nichts mehr übrig ist.

Bitcoin mit seiner endlichen Menge und seiner durch Algorithmen gestützten Unbestechlichkeit konterkariert einerseits dieses FIAT-Geldsystem so frontal, dass es offen als Betrug dasteht und zerbirst, andererseits bietet es sich selbst als Wertmaßstab an.

Wenn die Währungen, Edelmetalle und Rohstoffe ihre Wechselkurse nicht mehr im Verhältnis zum Dollar, Euro oder jeder anderer beliebigen Fiat-Währung berechnen, sondern zum Bitcoin, stehen Regierungen weltweit plötzlich nackt da. Bitcoin erzeugt mit einem leichten Wechsel der Perspektive die klare Einsicht, wie Gelddrucker, Finanzkapital und Staaten miteinander zu einem Lebensenergie-und -zeit-fressenden Monstrum mutiert sind.

Damit drängt sich natürlich die Frage auf, wer die Meister des Fiat-Geldes waren und sind und wohin diese Energie denn nun geflossen ist. Wen füttert diese Matrix?