Dichtmachen

In unsicheren oder überwältigenden Zeiten machen viele Menschen „dicht“. Was anfangs als Abgrenzung gegen eine zu schnelle, zu laute und überwältigende Welt als intelligenter Schutzmechanismus des Körpers beginnt, wird schnell zu einem inneren Gefängnis: wir machen nicht nur intellektuell-geistig und emotional „dicht“, sondern auch auf körperlicher, somatischer Ebene.

Das Perikard (der Herzbeutel) zieht sich zusammen, um das emotionale Zentrum vor Verletzung zu bewahren. Wird diese Schutzspannung als Überlebensstrategie zum Dauerzustand, wird sie zur Barriere gegen das Leben selbst – gegen Kreativität, Verbindung und den natürlichen Fluss der Energie.

Viele Menschen nehmen diesen Zustand des inneren Gefängnisses nicht mehr bewusst wahr – er wird zum „neuen Normalen“, begleitet von jener unerklärlichen Müdigkeit, dem Gefühl des Überfordert-Seins oder einer diffusen Angst. Man funktioniert (noch), aber man fühlt nicht mehr wirklich.

Die Pulscode bietet einen physischen, direkten Weg, dem Körper ohne lange Analysen die Sicherheit zu signalisieren, die er braucht, um diese Gefängnismauern Schicht für Schicht wieder abzubauen. Er ist eine Einladung, aus dem Schutzmodus wieder in den Empfangsmodus zu kommen – nicht durch Kampf gegen die Anspannung, sondern durch das bewusste „Klopfen an das innere Tor“.

Das Pferd ist tot, steig ab!

Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Doch wie so oft im Leben fällt uns die Wahrnehmung einer bitteren Realität etwas schwer und wir versuchen andere Strategien:

  • Man besorgt eine stärkere Peitsche.
  • Man wechselt den Reiter.
  • Man gründet einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  • Man besucht andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Man erhöht die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • Man bildet eine Task Force, um das Pferd wiederzubeleben.
  • Man schiebt eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  • Man ändert die Kriterien, die besagen, wann ein Pferd tot ist.
  • Man schirrt mehrere tote Pferde zusammen, damit sie schneller werden.
  • Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung toter Pferde zu erhöhen.
  • Man kauft etwas zu, dass tote Pferde schneller laufen lässt.
  • Man erklärt, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot sei.
  • Man bildet einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  • Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
  • Man richtet eine Kostenstelle für tote Pferde ein.

Du kannst Dich ausgiebig damit beschäftigen und Deine (Lebens-)Zeit investieren, Dein totes Pferd wieder ins Rennen zu schicken, Du kannst KI zur Optimierung Deines Lebenslaufes und für Bewerbungen nutzen, teure Weiterbildungen für den nächsten Trend besuchen, noch solange irgendwie weitermachen, bis die letzte Geldquelle versiegt….

Aber solange Du beschäftigt bist, hast Du keine Muße und wirst keine Klarheit für Dich finden. Die nüchterne Anerkennung dessen, was ist, ein Ankommen im Hier und Jetzt bei Dir ist die Voraussetzung für den Schritt vom irgendwo-doch-noch-Mitmachen zum selbstbestimmten Gestalten des eigenen Lebenswegs.

Willst Du klären, ob und wie eine Zusammenarbeit sinnvoll ist? Lass uns miteinander sprechen und Klarheit gewinnen.

Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität


Vorab: Tantra verstehe ich nicht primär als eine sexuelle Technik, sondern als eine spirituelle Disziplin zur Transformation, Zirkulation und Kultivierung der Lebens-Energien. Das zentrale Ziel ist es, den natürlichen Verlust dieser Energien zu stoppen, sie stattdessen im Körper zu speichern, zu verfeinern und durch das eigene Energiesystem und zu leiten – und damit zu spielen, gerne auch mit dem Partner.


Von Tantra zu Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität
von Thomas Lempert

… spricht Tantra-Einsteiger genauso an wie erfahrene Praktiker, es richtet sich aber ebenso an Menschen, die sich erst einmal für tibetischen Buddhismus interessieren und die Rolle von Tantra darin.
Thomas Lempert hat katholische Theologie und Psychologie studiert, seine geistige Heimat aber schon früh im tibetischen Buddhismus gefunden. Zwischen diesen Polen entsteht ein anspruchsvolles und immer interessantes Spannungsfeld zwischen intellektueller, aristotelisch geschulter Begriffsanalyse mit einer weit geöffneten Tür zum buddhistisch inspirierten Feminismus, psychologischen und spirituellen Konzepten im tibetischen Buddhismus mit seiner Vielfalt an Traditionen, Gurus, Lehrmeinungen und einer Unzahl an Göttern (die am Ende nur Hilfsvorstellungen sind). Das verlangt dem Leser einiges ab, ihm wird ein permanentes Umschalten zwischen westlichen und östlichen Denkwelten und Weltvorstellungen abgefordert und sein Lektürevorschlag, „lies, was du verstehst, überspringe, wo du aussteigst“ und sein Humor (nimm nicht alles so wichtig, v.a. nicht dich selbst), macht das Buch auch für die Praktiker lesbar, die vor allem von seinen jahrelangen Erfahrungen mit tantrischen Übungen und dem ausführlichen Praxisteil profitieren wollen. Das werden sie – Tantra ist auch Theorie, vor allem aber eine Praxis und am Ende ein spiritueller Weg. Der neugierige Einsteiger findet also eine umfassende Einführung in das Thema aus tibetisch buddhistischer Sicht, aber auch tantrische Praktiker aus anderen Richtungen werden dazu lernen können.
Tantra hat nach den ersten Erwähnungen im indischen Subkontinent über China den Weg nach Japan und Tibet genommen und wurde in die recht unterschiedlichen philosophisch-religiösen Traditionen erstaunlich schnell und nahtlos aufgenommen. Im Osten hatte man kulturübergreifend erkannt, dass die Liebeskunst eine Königsdisziplin ist, die alle Sinne zusammenführt und die Sexualkraft die Aktivierung der Kundalini einleitet. Im Tantra können wir am ehesten das Labyrinth des begrifflichen Denkens durchbrechen, um jenseits der Sprache die Allverbundenheit zu erfahren.
Die abrahamitischen Buchreligionen in Europa und im Nahen Osten haben es dagegen geschafft, dieses sicher sehr alte Kulturgut jahrhundertelang gekonnt zu ignorieren. Das hat den ganzen jüdischen, christlichen und muslimischen Kulturraum tiefgreifend geprägt, in dem Schuld und Scham als Steuerungs- und Machtmittel eingesetzt werden konnten (und können), von einer natürlichen Polarität zwischen Frau und Mann ganz zu schweigen… Erst mit dem Neo Tantra ist diese Technik zur Kultivierung der Sexualenergie dann in den Westen gelangt – zumindest offiziell.
Dennoch gibt es zwischen hinduistischem oder taoistischem Tantra und tibetisch-buddhistischem Unterschiede, die im Buch ebenfalls kurz angerissen werden, damit den Überblick aber auch abrunden.

Lempert, Thomas: Von Tantra zu Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität
Köln (Windpferd) 2025
327 Seiten
ISBN 978-3-86410-404-6
22,00 €

mehr zu Tantra

Aufmerksamkeit – Präsenz – Wiederverbindung statt ein Leben im subtilen Dauerstress

Die Nebennieren sind kleine zapfenförmige Drüsen, direkt auf den Nieren. Sie produzieren täglich in Schüben das Hormon Cortisol, das den Stoffwechsel, den Blutdruck und das Immunsystem reguliert. Unter Stress wird besonders viel Cortisol ausgeschüttet, um den Körper in dieser Situation für die Stressreaktionen Flucht, Kampf oder Erstarrung zu unterstützen.
Was geschieht, wenn wir im Dauerstress sind, in einer subtilen ständigen Alarmbereitschaft? Du kannst Artikel oder Bücher lesen, Videos ansehen oder es einfach selbst für Dich herausfinden!
Für eher rational geprägten Menschen mag es zunächst seltsam anmuten, aber der Körper agiert und reagiert VOR dem Verstand.
Lass Dich also überraschen!

  • Stelle Dich aufrecht hin oder lege Dich auf den Rücken und platziere Deine Handflächen auf die Nebennieren. Sie befinden sich unterhalb der Schulterblätter nahe an der Wirbelsäule an den oberen Spitzen der Nieren. Diese Haltung kann anfangs etwas anstrengend sein, probiere einfach aus, wie es für Dich am besten passt.
    Spüre jetzt in Ruhe ein, zwei Minuten die Wärme und die Präsenz Deiner Hände auf den Nebennieren.
  • Nimm jetzt ein Problem, das Dir Stress verursacht, in Deine Aufmerksamkeit – das kann privat (z.B. ist meine Beziehung noch so, wie ich immer leben wollte? ),
    beruflich, (z.B. ist meine berufliche Position angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und KI gefährdet? oder ich habe einfach keine Motivation und Energie mehr zu arbeiten und funktioniere nur noch) oder
    gesellschaftlich (z.B. ist Auswandern eine Lösung?) sein. Achte jetzt darauf, wie die Körperregion um die Nebennieren darauf reagiert – gibt es ein Ziehen, einen Druck, ein Pulsieren…?
  • Atme jetzt im 4-2-7-Rhythmus, also 4 Einatmen durch die Nase, 2 Atem-Halten, 7 Ausatmen durch den Mund wie durch einen Strohhalm– insgesamt 5 mal. Diese Atmung beruhigt schnell Dein System. Spüre, wie sich Deine Nebennieren entspannen.
  • Sprich jetzt für Dich, aber laut, den Satz: Der Notfall ist vorbei. Ihr müsst nicht mehr alleine tragen. Ich bin hier bei euch.
    Insgesamt solltest Du diesen Satz insgesamt drei mal laut aussprechen
    . Lass Dir Zeit und spüre nach, was sich verändert. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Du das sofort direkt erspüren kannst.
    Du kannst diesen Satz gerne für Dich anpassen. Wenn Du eine konkrete Situation im Kopf hast, geht z.B. auch: Es ist vorbei, ihr könnt jetzt entspannen.

Es ist optimal, diese Entlastung vor dem Schlafengehen zu machen. Du wirst schnell eine Veränderung spüren – entweder sofort, spätestens nach dem dritten Mal.

Der Zaubercode ist Aufmerksamkeit – Präsenz – Wiederverbindung.
Habe den Mut, präsent zu bleiben, auch wenn Du einen Flucht-Impuls hast.

Wenn Du Dir ein Ereignis ins Bewusstsein rufst, wirst Du schnell spüren lernen, ob es noch mit Stress verbunden ist und wieviel Energie noch daran gebunden ist.
Probiere einfach aus, ob Du damit auch Ängste, Konflikte und Traumata lösen kannst, aber gib Dir Zeit und trinke ausreichend Wasser.
Selbst Probleme, die noch nicht gelöst sind, kannst Du damit aus der Blockade oder Starre wieder in den Fluss bringen.
Bist Du experimentierfreudig, dann rufe Dir die Traumata Deiner Ahnen auf und arbeite an ihnen.

Diese Übung ist einfach, braucht wenig Zeit, sie ist verblüffend wirkungsvoll und kann Dir viele Gänge zu Therapeuten ersparen. Probiere es aus, sei mutig, aber auch achtsam mit Dir und lege nach einer Woche erst einmal eine Pause ein.

Wichtige Anmerkung am Ende: unter Dauerstress sind wir quasi „unter Strom“, im Kampf- oder Fluchtmodus und schlimmstenfalls im Erstarrungsmodus – und eben nicht auf tiefe Entspannung und auf Regeneration eingestellt, auf die Aufnahme aller wichtigen Nährstoffe oder gar auf Entgiftung. Diese Nebennieren-Entlastung ist deshalb vor einer Kur mit Nährstoffzufuhr oder für eine Entschlackung sinnvoll (und spart Frust und Geld).

Die Tafeln von Chartres – Der direkte Weg zur Hemisphären-Synchronisation

Eintrittsschwelle

Die Tafeln von Chartres sind ein Meditationswerkzeug, das auf optischer Illusion (Stereogramm) basiert, um einen messbaren Zustand fokussierter Entspannung zu erzeugen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Methoden bietet die Technik ein sofortiges, objektives Feedback: Das Zielbild ist sichtbar oder nicht.

Tafeln von Chartres

Die Praxis in Kürze: Betrachte die zwei farbigen Tafelreihen (je Kreis, Quadrat, Rechteck) mit einem weichen Blick. Anstatt die Bilder scharf zu stellen, schiele leicht nach innen (konvergent), als würdest Du durch das Bild hindurchsehen. Dadurch überlagern sich die linke und rechte Reihe und erzeugen in der Mitte eine virtuelle dritte Reihe, die räumlich leicht hervortritt.

Anfangs wird die mittlere Reihe schwanken oder die Farben werden zwischen Rot und Blau pendeln (Zeichen der noch getrennten Gehirnhälften-Aktivität). Bleibe entspannt im Fokus.
Sobald sich die Gehirnhälften synchronisieren, stabilisiert sich das Bild und die Farbe schlägt in ein ruhiges Violett um.
Halte diesen Zustand so lange wie möglich. Dies fördert die Synchronisation der Gehirnhälften, führt zu tiefer Entspannung und kann bei regelmäßiger Übung den Zugang zu erweiterten Bewusstseinszuständen öffnen.


Ausführliche Anleitung für die Praxis

Medium: Nutze einen farbigen Ausdruck der Tafeln (DIN A4 oder kleiner).
Abstand: Bei A4-Format beträgt der optimale Abstand ca. 1,5 Meter, bei kleineren Ausdrucken entsprechend weniger. Experimentiere, bis alle drei Figuren gleichzeitig im Blickfeld sind.
Störquellen: Die Technik wirkt im natürlichen Tageslicht am intensivsten, da elektromagnetische Frequenzen und das Kunstlichtspektrum die Entspannung stören können.
Haltung: Ob sitzend, stehend oder liegend – wichtig ist eine entspannte Nackenhaltung. Wenn Du liegend übst (Tafeln an der Decke), achte darauf, dass der Atlaswirbel (oberster Halswirbel) nicht durch ein Kissen abgeknickt wird, da die Augenmuskulatur direkt auf die Wirbelausrichtung wirkt.

Die Technik: Der „weiche Blick“

Fixiere zunächst einen Punkt zwischen Dir und den Tafeln (z. B. den Zeigefinger der ausgestreckten Hand). Variiere den Abstand, bis sich die beiden Tafelreihen im Hintergrund zu drei Reihen überlagern.
Sobald die mittlere, virtuelle Reihe erscheint, fixiere diese und entferne langsam den Finger, ohne die Augenstellung zu verändern.

Die Schiel-Technik: Das linke Auge blickt auf die rechte Tafelreihe, das rechte Auge auf die linke. Es erfordert eine Balance aus Anspannung und Loslassen: Zu viel Druck lässt das Bild zerfallen, zu wenig lässt es verschwimmen.

Interpretation des Prozesses

Es ist normal, dass die mittlere Reihe instabil ist oder die Farben zwischen Rot und Blau wechseln. Dies spiegelt die noch dominante Aktivität einer Gehirnhälfte wider.
Mit der Übung pendelt sich das Bild ein, die Farbe wird violett (als Mischung aus Rot und Blau), und die Reihe scheint stabil zu schweben. Dies gilt als Indikator für die Hemisphären-Balance.
Halte den Zustand der „mühelosen Wachheit“. Sobald Ablenkung eintritt, zerfällt das Bild – dies dient als sofortiges Feedback für Deinen Konzentrationszustand.

Geschichtliche Hintergründe

Die Herkunft der Tafeln ist von Legenden und mündlicher Tradition geprägt. Die Technik soll von französischen Zigeunern überliefert worden sein, die während der Inquisition einen geheimen Bauplan der Kathedrale von Chartres (erbaut ca. 1200) bewahrten. Die geometrischen Formen (Kreis, Quadrat, Rechteck im Verhältnis 2:1) entsprechen der sakralen Geometrie der Kathedrale und symbolisieren die „Quadratur des Kreises“ – ein mathematisch unlösbares Problem, das hier als Mittel zur Überwindung rationaler Denkmuster dient.

Schriftlich fixiert wurde die Methode erst spät: Erstmals erwähnt wurde sie 1977 in einem Kontext über Roma-Traditionen (Derlon). Bekannt gemacht wurde sie vor allem durch George Pennington, der 16 Jahre lang mit der Technik arbeitete, bevor er seine Erkenntnisse publizierte. Weitere Verbreitung fand sie durch Autoren wie Grazyna Fosar, Franz Bludorf und Michael Berstecher. Trotz der jahrhundertealten Wurzeln der Formen bleibt das genaue Alter der Meditationspraxis im Dunkeln, da sie lange rein mündlich weitergegeben wurde.