Das Pferd ist tot, steig ab!

Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Doch wie so oft im Leben fällt uns die Wahrnehmung einer bitteren Realität etwas schwer und wir versuchen andere Strategien:

  • Man besorgt eine stärkere Peitsche.
  • Man wechselt den Reiter.
  • Man gründet einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  • Man besucht andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Man erhöht die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • Man bildet eine Task Force, um das Pferd wiederzubeleben.
  • Man schiebt eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  • Man ändert die Kriterien, die besagen, wann ein Pferd tot ist.
  • Man schirrt mehrere tote Pferde zusammen, damit sie schneller werden.
  • Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung toter Pferde zu erhöhen.
  • Man kauft etwas zu, dass tote Pferde schneller laufen lässt.
  • Man erklärt, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot sei.
  • Man bildet einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  • Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
  • Man richtet eine Kostenstelle für tote Pferde ein.

Du kannst Dich ausgiebig damit beschäftigen und Deine (Lebens-)Zeit investieren, Dein totes Pferd wieder ins Rennen zu schicken, Du kannst KI zur Optimierung Deines Lebenslaufes und für Bewerbungen nutzen, teure Weiterbildungen für den nächsten Trend besuchen, noch solange irgendwie weitermachen, bis die letzte Geldquelle versiegt….

Aber solange Du beschäftigt bist, hast Du keine Muße und wirst keine Klarheit für Dich finden. Die nüchterne Anerkennung dessen, was ist, ein Ankommen im Hier und Jetzt bei Dir ist die Voraussetzung für den Schritt vom irgendwo-doch-noch-Mitmachen zum selbstbestimmten Gestalten des eigenen Lebenswegs.

Willst Du klären, ob und wie eine Zusammenarbeit sinnvoll ist? Lass uns miteinander sprechen und Klarheit gewinnen.

Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität


Vorab: Tantra verstehe ich nicht primär als eine sexuelle Technik, sondern als eine spirituelle Disziplin zur Transformation, Zirkulation und Kultivierung der Lebens-Energien. Das zentrale Ziel ist es, den natürlichen Verlust dieser Energien zu stoppen, sie stattdessen im Körper zu speichern, zu verfeinern und durch das eigene Energiesystem und zu leiten – und damit zu spielen, gerne auch mit dem Partner.


Von Tantra zu Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität
von Thomas Lempert

… spricht Tantra-Einsteiger genauso an wie erfahrene Praktiker, es richtet sich aber ebenso an Menschen, die sich erst einmal für tibetischen Buddhismus interessieren und die Rolle von Tantra darin.
Thomas Lempert hat katholische Theologie und Psychologie studiert, seine geistige Heimat aber schon früh im tibetischen Buddhismus gefunden. Zwischen diesen Polen entsteht ein anspruchsvolles und immer interessantes Spannungsfeld zwischen intellektueller, aristotelisch geschulter Begriffsanalyse mit einer weit geöffneten Tür zum buddhistisch inspirierten Feminismus, psychologischen und spirituellen Konzepten im tibetischen Buddhismus mit seiner Vielfalt an Traditionen, Gurus, Lehrmeinungen und einer Unzahl an Göttern (die am Ende nur Hilfsvorstellungen sind). Das verlangt dem Leser einiges ab, ihm wird ein permanentes Umschalten zwischen westlichen und östlichen Denkwelten und Weltvorstellungen abgefordert und sein Lektürevorschlag, „lies, was du verstehst, überspringe, wo du aussteigst“ und sein Humor (nimm nicht alles so wichtig, v.a. nicht dich selbst), macht das Buch auch für die Praktiker lesbar, die vor allem von seinen jahrelangen Erfahrungen mit tantrischen Übungen und dem ausführlichen Praxisteil profitieren wollen. Das werden sie – Tantra ist auch Theorie, vor allem aber eine Praxis und am Ende ein spiritueller Weg. Der neugierige Einsteiger findet also eine umfassende Einführung in das Thema aus tibetisch buddhistischer Sicht, aber auch tantrische Praktiker aus anderen Richtungen werden dazu lernen können.
Tantra hat nach den ersten Erwähnungen im indischen Subkontinent über China den Weg nach Japan und Tibet genommen und wurde in die recht unterschiedlichen philosophisch-religiösen Traditionen erstaunlich schnell und nahtlos aufgenommen. Im Osten hatte man kulturübergreifend erkannt, dass die Liebeskunst eine Königsdisziplin ist, die alle Sinne zusammenführt und die Sexualkraft die Aktivierung der Kundalini einleitet. Im Tantra können wir am ehesten das Labyrinth des begrifflichen Denkens durchbrechen, um jenseits der Sprache die Allverbundenheit zu erfahren.
Die abrahamitischen Buchreligionen in Europa und im Nahen Osten haben es dagegen geschafft, dieses sicher sehr alte Kulturgut jahrhundertelang gekonnt zu ignorieren. Das hat den ganzen jüdischen, christlichen und muslimischen Kulturraum tiefgreifend geprägt, in dem Schuld und Scham als Steuerungs- und Machtmittel eingesetzt werden konnten (und können), von einer natürlichen Polarität zwischen Frau und Mann ganz zu schweigen… Erst mit dem Neo Tantra ist diese Technik zur Kultivierung der Sexualenergie dann in den Westen gelangt – zumindest offiziell.
Dennoch gibt es zwischen hinduistischem oder taoistischem Tantra und tibetisch-buddhistischem Unterschiede, die im Buch ebenfalls kurz angerissen werden, damit den Überblick aber auch abrunden.

Lempert, Thomas: Von Tantra zu Tantra. Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität
Köln (Windpferd) 2025
327 Seiten
ISBN 978-3-86410-404-6
22,00 €

mehr zu Tantra

Aufmerksamkeit – Präsenz – Wiederverbindung statt ein Leben im subtilen Dauerstress

Die Nebennieren sind kleine zapfenförmige Drüsen, direkt auf den Nieren. Sie produzieren täglich in Schüben das Hormon Cortisol, das den Stoffwechsel, den Blutdruck und das Immunsystem reguliert. Unter Stress wird besonders viel Cortisol ausgeschüttet, um den Körper in dieser Situation für die Stressreaktionen Flucht, Kampf oder Erstarrung zu unterstützen.
Was geschieht, wenn wir im Dauerstress sind, in einer subtilen ständigen Alarmbereitschaft? Du kannst Artikel oder Bücher lesen, Videos ansehen oder es einfach selbst für Dich herausfinden!
Für eher rational geprägten Menschen mag es zunächst seltsam anmuten, aber der Körper agiert und reagiert VOR dem Verstand.
Lass Dich also überraschen!

  • Stelle Dich aufrecht hin oder lege Dich auf den Rücken und platziere Deine Handflächen auf die Nebennieren. Sie befinden sich unterhalb der Schulterblätter nahe an der Wirbelsäule an den oberen Spitzen der Nieren. Diese Haltung kann anfangs etwas anstrengend sein, probiere einfach aus, wie es für Dich am besten passt.
    Spüre jetzt in Ruhe ein, zwei Minuten die Wärme und die Präsenz Deiner Hände auf den Nebennieren.
  • Nimm jetzt ein Problem, das Dir Stress verursacht, in Deine Aufmerksamkeit – das kann privat (z.B. ist meine Beziehung noch so, wie ich immer leben wollte? ),
    beruflich, (z.B. ist meine berufliche Position angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und KI gefährdet? oder ich habe einfach keine Motivation und Energie mehr zu arbeiten und funktioniere nur noch) oder
    gesellschaftlich (z.B. ist Auswandern eine Lösung?) sein. Achte jetzt darauf, wie die Körperregion um die Nebennieren darauf reagiert – gibt es ein Ziehen, einen Druck, ein Pulsieren…?
  • Atme jetzt im 4-2-7-Rhythmus, also 4 Einatmen durch die Nase, 2 Atem-Halten, 7 Ausatmen durch den Mund wie durch einen Strohhalm– insgesamt 5 mal. Diese Atmung beruhigt schnell Dein System. Spüre, wie sich Deine Nebennieren entspannen.
  • Sprich jetzt für Dich, aber laut, den Satz: Der Notfall ist vorbei. Ihr müsst nicht mehr alleine tragen. Ich bin hier bei euch.
    Insgesamt solltest Du diesen Satz insgesamt drei mal laut aussprechen
    . Lass Dir Zeit und spüre nach, was sich verändert. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Du das sofort direkt erspüren kannst.
    Du kannst diesen Satz gerne für Dich anpassen. Wenn Du eine konkrete Situation im Kopf hast, geht z.B. auch: Es ist vorbei, ihr könnt jetzt entspannen.

Es ist optimal, diese Entlastung vor dem Schlafengehen zu machen. Du wirst schnell eine Veränderung spüren – entweder sofort, spätestens nach dem dritten Mal.

Der Zaubercode ist Aufmerksamkeit – Präsenz – Wiederverbindung.
Habe den Mut, präsent zu bleiben, auch wenn Du einen Flucht-Impuls hast.

Wenn Du Dir ein Ereignis ins Bewusstsein rufst, wirst Du schnell spüren lernen, ob es noch mit Stress verbunden ist und wieviel Energie noch daran gebunden ist.
Probiere einfach aus, ob Du damit auch Ängste, Konflikte und Traumata lösen kannst, aber gib Dir Zeit und trinke ausreichend Wasser.
Selbst Probleme, die noch nicht gelöst sind, kannst Du damit aus der Blockade oder Starre wieder in den Fluss bringen.
Bist Du experimentierfreudig, dann rufe Dir die Traumata Deiner Ahnen auf und arbeite an ihnen.

Diese Übung ist einfach, braucht wenig Zeit, sie ist verblüffend wirkungsvoll und kann Dir viele Gänge zu Therapeuten ersparen. Probiere es aus, sei mutig, aber auch achtsam mit Dir und lege nach einer Woche erst einmal eine Pause ein.

Wichtige Anmerkung am Ende: unter Dauerstress sind wir quasi „unter Strom“, im Kampf- oder Fluchtmodus und schlimmstenfalls im Erstarrungsmodus – und eben nicht auf tiefe Entspannung und auf Regeneration eingestellt, auf die Aufnahme aller wichtigen Nährstoffe oder gar auf Entgiftung. Diese Nebennieren-Entlastung ist deshalb vor einer Kur mit Nährstoffzufuhr oder für eine Entschlackung sinnvoll (und spart Frust und Geld).

Wenn die KI kommt, was und wer bleibt?

Unter der Prämisse, dass KI nicht nur mit jetzt schon atemberaubender Geschwindigkeit kommt, sondern auch bleibt und sich breit etabliert, wird sich unser Leben und die gesamte Arbeitswelt in einem Mass ändern, dass sich offenbar nur wenige annähernd vorstellen können. Als das Business-Netzwerk Xing vor einigen Wochen seine Umfrage vorstellte, in der um die 70% aller Befragten der Meinung waren, dass ihr Job für die nächsten zehn Jahre sicher ist, habe ich herzlich gelacht.

Der Artikel Etwas Großes geschieht von dem KI-Startup Gründer und Investor Matt Shumer hat sich in den letzten Wochen deutlich vom allgemeinen Rauschen in der Öffentlichkeit zu Thema KI abgehoben und eine bemerkenswerte Diskussion ausgelöst. Er warnt, dass „die Lücke zwischen öffentlicher Wahrnehmung und aktueller Realität inzwischen enorm ist — und diese Lücke ist gefährlich, weil sie Menschen daran hindert, sich vorzubereiten.“

„Die Erfahrung, die Tech-Arbeiter im letzten Jahr gemacht haben — zuzusehen, wie KI von einem „hilfreichen Werkzeug“ zu „macht meinen Job besser als ich“ wurde — ist die Erfahrung, die jetzt auf alle anderen zukommt. Recht, Finanzen, Medizin, Buchhaltung, Beratung, Schreiben, Design, Analyse, Kundenservice. Nicht in zehn Jahren. Die Menschen, die diese Systeme bauen, sagen ein bis fünf Jahre. Manche sagen weniger. Und nach dem, was ich allein in den letzten paar Monaten gesehen habe, halte ich „weniger“ für wahrscheinlicher.“ Über die Verwaltung von Finanzamt bis zur Bau- und Verkehrsplanung redet er nicht einmal…

„KI ersetzt nicht eine einzelne spezifische Fähigkeit. Sie ist ein allgemeiner Ersatz für kognitive Arbeit. Sie wird gleichzeitig in allem besser. … KI hinterlässt keine bequeme Lücke, in die man wechseln kann. Wofür auch immer du dich umschulst — sie wird auch darin besser.“

„Viele Menschen finden Trost in der Vorstellung, dass bestimmte Dinge sicher seien. Dass KI die Routinearbeit übernehmen könne, aber nicht menschliches Urteilsvermögen, Kreativität, strategisches Denken, Empathie ersetzen könne. Das habe ich früher auch gesagt. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das noch glaube.“ … „Ich denke, die ehrliche Antwort lautet: Nichts, was am Computer erledigt wird, ist mittelfristig sicher. Wenn dein Job auf einem Bildschirm stattfindet — wenn der Kern deiner Arbeit Lesen, Schreiben, Analysieren, Entscheiden, Kommunizieren über eine Tastatur ist — dann wird KI bedeutende Teile davon übernehmen. Die Zeitlinie ist nicht „irgendwann“. Sie hat bereits begonnen.“

Aber was tun in dieser Situation?

„Ich schreibe das nicht, um dir ein Gefühl der Hilflosigkeit zu geben. Ich schreibe es, weil ich glaube, dass der größte Vorteil, den du im Moment haben kannst, einfach darin besteht, früh dran zu sein. Früh darin, es zu verstehen. Früh darin, es zu nutzen. Früh darin, dich anzupassen.“ …“Das könnte das wichtigste Jahr deiner Karriere sein. Handle entsprechend. Ich sage das nicht, um dich zu stressen. Ich sage es, weil es im Moment ein kurzes Zeitfenster gibt, in dem die meisten Menschen in den meisten Unternehmen das noch ignorieren.“

„Die Menschen, die diese Technologie bauen, sind gleichzeitig aufgeregter und verängstigter als irgendjemand sonst auf dem Planeten. Sie glauben, sie sei zu mächtig, um sie zu stoppen, und zu wichtig, um sie aufzugeben. Ob das Weisheit oder Rationalisierung ist, weiß ich nicht.“ …“Ich weiß, dass diejenigen, die hier am besten herauskommen, diejenigen sind, die jetzt anfangen, sich damit auseinanderzusetzen — nicht mit Angst, sondern mit Neugier und einem Gefühl der Dringlichkeit.“

Ich empfehle dringend, den gesamten Artikel zu lesen …und dann noch einmal.

Die Bereiche, in denen weiter Menschen nötig sein werden, sehe ich derzeit (noch):

  • Beaufsichtigung der KI und Haftung für die Ergebnisse – es wird immer jemanden geben müssen, der für die Ergebnisse der KI in die Haftung geht.
  • bei allen Daten, die man bewusst nicht einer KI geben möchte – also allen persönlichen, medizinischen oder gar intimen Informationen – falls die Daten nicht sowieso schon irgendwo im Hintergrund gesammelt und zugeordnet wurden…)
  • alles, was im Leben (noch) nicht als Daten existiert und bisher nur in der realen Welt beobachtbar ist – von ungewöhnlichen Naturphänomenen (Geier auf Rügen) über nicht kartierte Hügelgräber und alte Schiffahrtsrouten bis hin zu Synchronizitäten oder Deja Vus

Die KI wird uns dazu zwingen, uns auf das spezifisch Menschliche zu konzentrieren.

Bitcoin als Kontrastmittel

Spätestens nach der Finanzkrise 2008 war mir klar geworden, dass es nicht ein Problem im, sondern mit dem Finanzsystem gibt. Wie es schien hatte man mit Antibiotika in Form von viel Geld den Ausbruch einer bereinigenden Krise zunächst erfolgreich gestoppt. Klar war aber im Grunde auch, dass man das zugrunde liegende Problem damit nur zeitlich in die Zukunft verschoben hatte. Den gleichen Gedanken hatte auch ein Entwickler mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, der mit dem Bitcoin ein neuartiges Zahlungssystem entwarf, das dieses Problem lösen sollte.

Nachdem ich mich bereits 2014 und dann immer wieder mit größeren Abständen mit Kryptowährungen auseinandergesetzt hatte, haben sich erst in den letzten Jahren einige Aspekte des Bitcoin als wirkliche Augenöffner erwiesen.

Bitcoin hat eine Besonderheit – seine Obergrenze: Es wird nie mehr als 21 Millionen BTCs geben. Daraus ergeben sich Konsequenzen, die wie ein Kontrastmittel oder Filter wirken und fast schon einen Riss in der Matrix erzeugen.

Die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema kann ich dem Leser nicht abnehmen und als eine Finanzberatung ist es sowieso nicht gedacht, aber ich versuche gedankliche Impulse zu geben.

FIAT-Geld wird schleichend – mal weniger, mal mehr offensichtlich – entwertet

Im Grunde sollte diese Graphik jedem Menschen mit basalem Mathematikverständnis oder nur reinem Überlebensinstinkt die Haare zu Berge stehen lassen. Aber unsere Wirklichkeit sieht anders aus: der Durchschnittsmensch arbeitet im Laufe seines Lebens 90.000 Stunden, nimmt sich aber nicht einmal eine Stunde Zeit, um sich zu informieren, wie das Geld, für das er arbeitet, tatsächlich funktioniert.

Angekommen sind wir bereits in einer postfaktischen Ökonomie, in der Fiat-Währungen zu Mediensystemen geworden sind, die durch Propaganda und Glaubenstheater aufrechterhalten werden. Und nur so kann der größte Diebstahl des Jahrhunderts direkt vor unseren Augen stattfinden: Die Energie und die Zeit von Milliarden Menschen – kostbare Lebenszeit – wird durch die Gelddrucker abgesaugt.

Der Tiefpunkt ist übrigens noch nicht erreicht, die Währungen werden weiter fallen, bis nichts mehr übrig ist. Bitcoin mit seiner endlichen Menge und seiner durch Algorithmen gestützten Unbestechlichkeit konterkariert einerseits dieses FIAT-Geldsystem so frontal, dass es offen als Betrug dasteht und andererseits bietet sich Bitcoin selbst als nicht manipulierbarer Wertmaßstab an.

Wenn die Währungen, Edelmetalle und Rohstoffe ihre Wechselkurse nicht mehr im Verhältnis zum Dollar, Euro oder jeder anderer beliebigen Fiat-Währung berechnen, sondern zum Bitcoin, stehen Regierungen weltweit plötzlich nackt da. Bitcoin erzeugt mit einem leichten Wechsel der Perspektive die klare Einsicht, wie Gelddrucker, Finanzkapital und Staaten miteinander zu einem Lebensenergie-und -zeit-fressenden Monstrum mutiert sind.

Damit drängt sich natürlich die Frage auf, wer die Meister des Fiat-Geldes waren und sind und wohin diese Energie denn nun geflossen ist. Wen füttert diese Matrix?


Zeitpräferenz prägt über die Geldwertstabilität ganze Zivilisationen.

Zeitpräferenz erklärt, warum Menschen dazu neigen, Güter heute zu konsumieren, anstatt zu sparen und sie erst in der Zukunft zu nutzen. Eine hohe Zeitpräferenz bedeutet, dass man den heutigen Nutzen stark höher bewertet, während eine niedrige Zeitpräferenz bedeutet, dass man Geduld hat und auf zukünftige Vorteile wie Vermögensaufbau oder sogar Mehrgenerationen-Projekte setzt. Was bedeutet das?

Wenn der Wert meines Geldes sinkt, dann lohnt Sparen nicht mehr, denn der Sparzins muss über der Inflationsrate liegen, sonst verliere ich statt zu anzusparen. Als Alternative bleibt dann das Investieren, aber das ist etwas grundlegend anderes wie jeder seriöse Finanzberater weiß, denn man investiert „Spielgeld“, also Mittel, deren Verlust man im Zweifelsfall verkraften kann und nicht Ersparnisse für Haus, Krankheitsfall oder Rente.

Je höher der Wertverlust meines Geldes, desto stärker wird eine hohe Zeitpräferenz gefördert – kaufe und konsumiere sofort. Die Gesellschaft wird auf das Niveau eines Babys geführt, dass seine Bedürfnisse sofort befriedigt haben will, weil es sonst anfängt zu schreien. Das kommt Ihnen bekannt vor…? Geringe Zeitpräferenz wird faktisch benachteiligt, denn sie lohnt sich einfach nicht. Auf der Seite der Produzenten muss die Ware schnell an den Kunden ausgeliefert werden, wie wir ja am Wachsen des Logistikbereichs sehen können, v.a. aber an der Erwartungshaltung der Kunden. Natürlich muss für die Unmengen neu geschaffenen Geldes auch permanent Nachfrage generiert werden. Wenn wir mit Werbung überschwemmt werden und Produkte kaufen, die pünktlich nach Ablauf der Garantie kaputt gehen, ist das kein Zufall, sondern ökonomische Notwendigkeit in einem FIAT-Geldsystem. Ökologie ist in einem so expansiven Geldsystem nur als (bestenfalls grün angemalter) Wirtschaftszweig möglich.

Adam Livingstone, eine Art „Bitcoin-Philosoph“ (https://x.com/AdamBLiv/), analysiert unsere Aufmerksamkeitsökonomie und wie Bitcoin das Gehirn anders und neu vernetzt:

Fiat hat dich nicht arm gemacht. Es hat dich dumm gemacht.
Inflation ist ein kognitiver Krebs, der 13 IQ-Punkte an Gehirnkapazität verschlingt, während Bitcoin Dich neu vernetzt und dich zu einem langfristigen Genie macht.
Lass uns die Fakten aufschlüsseln, die diese Realität belegen:
Inflation = versteckte Steuer auf Aufmerksamkeit.
Wenn jeder Einkauf im Supermarkt mehr kostet als letzte Woche, verbraucht Ihr präfrontaler Kortex seine RAM-Kapazität für Überlebensmathematik statt für Kreativität.
Chronischer finanzieller Stress reduziert buchstäblich das Arbeitsgedächtnis und die Problemlösungsfähigkeit.
Hohe Inflation erhöht die Zeitpräferenz.
Bargeld verhält sich wie ein schmelzender Eiswürfel, daher ist der „rationale” Schritt YOLO(you only live once)-Konsum: Fast Fashion, 8-Sekunden-TikToks, alles jetzt kaufen und später bezahlen.
Eine Kultur der Wegwerfartikel ist nichts anderes als Geldentwertung, ausgedrückt in Plastik.
Billiges Geld erzeugt billiges Dopamin.
Zentralbanken drucken Billionen, Silicon Valley druckt unendlich viele Mikro-Hits der Bestätigung.
Beides pumpt Ihre Belohnungsschleifen auf, trainiert Impulsivität und untergräbt Disziplin.
Fiat ist die Makro-Droge, Reels (Kurzvideos, Shorts) sind die Mikro-Dosis.
Das Ergebnis? Eine Zivilisation mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches und dem Schuldenprofil eines betrunkenen Seemanns.
Rekordverbraucher-Kredite, Rekord-Fettleibigkeit, Rekord-Scroll-Stunden – Symptome derselben Stoffwechselstörung:
Ein Fiat-Stoffwechsel mit hoher Zeitpräferenz. …

Bitcoin: 21 Millionen Einheiten mit fester Obergrenze, immun gegen politische Manipulationen.
Plötzlich macht Sparen wieder Sinn. Hodler (langfristige Bitcoin-Halter) entscheiden sich selbst für Geduld; Ungeduld wird durch Volatilität bestraft.
Solides Geld ist der IQ-Test der Natur.
 
Die Verwahrung Ihrer eigenen Schlüssel ist ein Crashkurs in persönlicher Verantwortung.
Sie werden zu Ihrer eigenen Zentralbank und dann unweigerlich zu Ihrem eigenen Historiker, Ingenieur, Ökonomen und Philosophen.
Bitcoin verwandelt passive Konsumenten in souveräne Universalgelehrte. 

Kurz: Fiat treibt die Preise in die Höhe, verringert die Aufmerksamkeit, steigert die Impulsivität und verdummt die Kultur.
Bitcoin verringert die Zeitpräferenz, stellt die Disziplin wieder her, verstärkt die Wahrnehmung und verbessert das Betriebssystem der Zivilisation.“

Was bei einem Zusammenbruch des Fiat-Geldsystems übrig bleibt, das überlasse ich Ihrer Phantasie. Als kleiner Tipp: alles, was nur wegen des Fiat-Systems überhaupt existiert, wird es nicht sein.


Wenn Sie jetzt noch den Cantillion-Effekt verstehen, dann wird Ihr Weltbild Risse bekommen. Zumindest wird die jahrelang in die Köpfe geprägte Links-Rechts-Aufteilung durch eine neue Dimension Oben-Unten ergänzt, wenn nicht gar ersetzt.


FIAT-Geld, Bitcoin und Kriege

Meine Materialsammlung habe ich mir von grok zusammengefassen lassen.

Bitcoin als Bremse für Kriege? Eine nüchterne Betrachtung

Der Gedanke, dass Fiat-Geldsysteme Kriege erheblich erleichtern, ist weder neu noch besonders kontrovers – er ist im Gegenteil historisch gut belegt. Seit der Abschaffung des Goldstandards und der Einführung vollständig ungedeckter Währungen können Regierungen große militärische Konflikte finanzieren, ohne die Bevölkerung sofort mit massiven Steuererhöhungen zu konfrontieren. Stattdessen greifen sie auf drei Hauptmechanismen zurück: offene Staatsverschuldung, versteckte Enteignung durch Inflation und – vor allem – das quasi unbegrenzte Schöpfen neuen Geldes durch Zentralbanken.

Das Ergebnis ist ein Kreislauf, der Kriege länger und teurer macht, als es unter einem harten Geldsystem möglich wäre. Die Kosten werden zeitlich verzögert und diffus auf alle Geld- und Vermögensbesitzer verteilt. Jeder, der die Währung hält, verliert real an Kaufkraft – eine stille Steuer, die niemand direkt absegnen muss. Historische Beispiele reichen vom Ersten Weltkrieg über den Zweiten bis zu den langjährigen Konflikten in Vietnam, Irak, Afghanistan und der aktuellen Unterstützung der Ukraine: Kaum ein großer Krieg wurde je allein aus laufenden Steuereinnahmen bezahlt.

In einem System mit fester Geldmenge – sei es Gold, Silber oder Bitcoin – sähe das ganz anders aus. Neue Mittel können nicht einfach „gedruckt“ werden. Um einen Krieg zu finanzieren, müsste eine Regierung entweder drastisch Steuern erhöhen – und das wäre politischer Selbstmord, Vermögen direkt konfiszieren -was ein reales Revolutionsrisiko mit sich bringen würde – oder Kredite aufnehmen – wobei Kreditgeber wüssten, dass eine Pleite des Staates real bedeutet, ihr Geld zu verlieren. Kriege wären dadurch finanziell viel stärker begrenzt, kürzer und für die Bevölkerung spürbarer.

Bitcoin nimmt diesen Gedanken auf und radikalisiert ihn. Mit einer unveränderlichen Obergrenze von 21 Millionen Einheiten, dezentraler Kontrolle und vollständiger Transparenz auf der Blockchain entzieht es Regierungen die Möglichkeit, Geld heimlich zu vermehren. Jede Ausgabe wäre nachvollziehbar, jede Kriegsfinanzierung müsste offen begründet und von den Bürgern getragen werden. Das würde große, industrielle, langfristige Kriege – die Art von Kriegen, die im 20. Jahrhundert über 100 Millionen Menschen das Leben kosteten – wirtschaftlich fast unmöglich machen.

Die Vorstellung, Bitcoin könne „jeden Krieg beenden“, ist zwar zu optimistisch, denn kleine Konflikte, Bürgerkriege, Terrorfinanzierung, Söldnerarmeen oder ideologisch motivierte Auseinandersetzungen ließen sich auch mit Bitcoin oder anderen harten Vermögenswerten bezahlen. Staaten könnten Bitcoin verbieten, konfiszieren (wo möglich) oder parallele Fiat-Systeme aufrechterhalten. Solange nicht die Mehrheit der Weltbevölkerung und der globalen Wirtschaft auf Bitcoin oder eben andere „harte Assets“ umsteigt, bleibt der alte Mechanismus zumindest teilweise intakt.

Dennoch liegt hier ein starker, oft unterschätzter Punkt: Fiat-Geld ist das perfekte Instrument, um die Kosten von Gewalt unsichtbar und zeitlich entkoppelt auf die gesamte Gesellschaft abzuwälzen. Ein wirklich hartes, dezentrales und manipulationssicheres Geld würde diese Maschinerie zumindest massiv erschweren – vielleicht sogar so sehr, dass Kriege im Stil des 20. Jahrhunderts wirtschaftlich nicht mehr tragbar wären und es würde die grundlegende Machtstruktur der Zivilisation verändern.

Das ist kein kleiner Nebeneffekt, es ist eines der überzeugendsten Argumente für Bitcoin, das in der breiten öffentlichen Debatte viel zu selten ernsthaft diskutiert wird.

Wer jetzt denkt, das sei eine ausgefallene Science-Fiktion-Story, den muss ich enttäuschen: den Film, zufällig von den Matrix-Macher(innen?), gibt es schon.

Ich dachte lange, Bitcoin würde vor allem mein Geldverständnis verändern.
In Wahrheit hat Bitcoin viel mehr verändert:
meinen Blick auf Staaten,
auf Banken,
auf Eigentum,
auf Verantwortung
und auf das, was Menschen für „normal“ halten.
Man steigt vielleicht wegen des Preises ein.
Man bleibt aber, weil man die Welt danach nicht mehr mit denselben Augen sieht.

Lucas Lauer