Bitcoin-Erkenntnisse 2

Zeitpräferenz, Geldwertstabilität und Zivilisationen

Zeitpräferenz erklärt, warum Menschen dazu neigen, Güter heute zu konsumieren, anstatt zu sparen und sie erst in der Zukunft zu nutzen. Eine hohe Zeitpräferenz bedeutet, dass man den heutigen Nutzen stark höher bewertet, während eine niedrige Zeitpräferenz bedeutet, dass man Geduld hat und auf zukünftige Vorteile wie Vermögensaufbau oder sogar Mehrgenerationen-Projekte setzt. Was bedeutet das?

Wenn der Wert meines Geldes sinkt, dann lohnt Sparen nicht mehr, denn der Sparzins muss über der Inflationsrate liegen, sonst verliere ich statt zu anzusparen. Als Alternative bleibt dann das Investieren, aber das ist etwas grundlegend anderes wie jeder seriöse Finanzberater weiß, denn man investiert mit „Spielgeld“, also mit Mitteln, deren Verlust man im Zweifelsfall verkraften kann und nicht mit Ersparnissen für Haus, Krankheit oder Rente.

Je höher der Wertverlust meines Geldes, desto stärker wird eine hohe Zeitpräferenz gefördert – kaufe und konsumiere sofort. Die Gesellschaft wird auf das Niveau eines Babys abgesenkt, dass seine Bedürfnisse sofort befriedigt haben will, sonst fängt es zu schreien an. Das kommt Ihnen bekannt vor…? Geringe Zeitpräferenz wird faktisch benachteiligt, denn sie lohnt sich einfach nicht. Auf der Seite der Produzenten muss die Ware schnell an den Kunden ausgeliefert werden, wie wir ja am Wachsen des Logistikbereichs sehen können, v.a. aber an der Erwartungshaltung der Kunden. Natürlich muss für die Unmengen neu geschaffenen Geldes auch permanent Nachfrage generiert werden. Wenn wir mit Werbung überschwemmt werden und Produkte kaufen, die pünktlich nach Ablauf der Garantie kaputt gehen, ist das kein Zufall, sondern ökonomische Notwendigkeit in einem FIAT-Geldsystem. Ökologie ist in einem so expansiven Geldsystem nur als (meist nur grün markierter) Wirtschaftszweig möglich.

Adam Livingstone, der sehr lesenswerte Bitcoin-Philosoph, (https://x.com/AdamBLiv/) analysiert unsere Aufmerksamkeitsökonomie und wie Bitcoin das Gehirn anders, neu vernetzt:

Fiat hat dich nicht arm gemacht. Es hat dich dumm gemacht.

Inflation ist ein kognitiver Krebs, der 13 IQ-Punkte an Gehirnkapazität verschlingt, während Bitcoin Dich neu vernetzt und dich zu einem langfristigen Genie macht.

Lass uns die Fakten aufschlüsseln, die diese Realität belegen:

Inflation = versteckte Steuer auf Aufmerksamkeit.

Wenn jeder Einkauf im Supermarkt mehr kostet als letzte Woche, verbraucht Ihr präfrontaler Kortex seine RAM-Kapazität für Überlebensmathematik statt für Kreativität.

Chronischer finanzieller Stress reduziert buchstäblich das Arbeitsgedächtnis und die Problemlösungsfähigkeit.

Hohe Inflation erhöht die Zeitpräferenz.

Bargeld verhält sich wie ein schmelzender Eiswürfel, daher ist der „rationale” Schritt YOLO(you only live once)-Konsum: Fast Fashion, 8-Sekunden-TikToks, alles jetzt kaufen und später bezahlen.

Eine Kultur der Wegwerfartikel ist nichts anderes als Geldentwertung, ausgedrückt in Plastik.

Billiges Geld erzeugt billiges Dopamin.

Zentralbanken drucken Billionen, Silicon Valley druckt unendlich viele Mikro-Hits der Bestätigung.

Beides pumpt Ihre Belohnungsschleifen auf, trainiert Impulsivität und untergräbt Disziplin.

Fiat ist die Makro-Droge, Reels (Kurzvideos, Shorts) sind die Mikro-Dosis.

Das Ergebnis? Eine Zivilisation mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches und dem Schuldenprofil eines betrunkenen Seemanns.

Rekordverbraucher-Kredite, Rekord-Fettleibigkeit, Rekord-Scroll-Stunden – Symptome derselben Stoffwechselstörung:

Ein Fiat-Stoffwechsel mit hoher Zeitpräferenz.

Bitcoin: 21 Millionen Einheiten mit fester Obergrenze, immun gegen politische Manipulationen.

Plötzlich macht Sparen wieder Sinn. Hodler (langfristige Bitcoin-Halter) entscheiden sich selbst für Geduld; Ungeduld wird durch Volatilität bestraft.

Solides Geld ist der IQ-Test der Natur.

Die Verwahrung Ihrer eigenen Schlüssel ist ein Crashkurs in persönlicher Verantwortung.

Sie werden zu Ihrer eigenen Zentralbank und dann unweigerlich zu Ihrem eigenen Historiker, Ingenieur, Ökonomen und Philosophen.

Bitcoin verwandelt passive Konsumenten in souveräne Universalgelehrte.

Kurz: Fiat treibt die Preise in die Höhe, verringert die Aufmerksamkeit, steigert die Impulsivität und verdummt die Kultur.

Bitcoin verringert die Zeitpräferenz, stellt die Disziplin wieder her, verstärkt die Wahrnehmung und verbessert das Betriebssystem der Zivilisation.“

So prägt Zeitpräferenz über die Geldwertstabilität ganze Zivilisationen.

Was bei einem Zusammenbruch des Fiat-Geldsystems übrig bleibt, das überlasse ich Ihrer Phantasie. Als kleiner Tipp: alles, was nur wegen des Fiat-Systems überhaupt existiert, wird es nicht sein.