Wenn die KI kommt, was und wer bleibt?

Unter der Prämisse, dass KI nicht nur mit jetzt schon atemberaubender Geschwindigkeit kommt, sondern auch bleibt und sich breit etabliert, wird sich unser Leben und die gesamte Arbeitswelt in einem Mass ändern, dass sich offenbar nur wenige annähernd vorstellen können. Als das Business-Netzwerk Xing vor einigen Wochen seine Umfrage vorstellte, in der um die 70% aller Befragten der Meinung waren, dass ihr Job für die nächsten zehn Jahre sicher ist, habe ich herzlich gelacht.

Der Artikel Etwas Großes geschieht von dem KI-Startup Gründer und Investor Matt Shumer hat sich in den letzten Wochen deutlich vom allgemeinen Rauschen in der Öffentlichkeit zu Thema KI abgehoben und eine bemerkenswerte Diskussion ausgelöst. Er warnt, dass „die Lücke zwischen öffentlicher Wahrnehmung und aktueller Realität inzwischen enorm ist — und diese Lücke ist gefährlich, weil sie Menschen daran hindert, sich vorzubereiten.“

„Die Erfahrung, die Tech-Arbeiter im letzten Jahr gemacht haben — zuzusehen, wie KI von einem „hilfreichen Werkzeug“ zu „macht meinen Job besser als ich“ wurde — ist die Erfahrung, die jetzt auf alle anderen zukommt. Recht, Finanzen, Medizin, Buchhaltung, Beratung, Schreiben, Design, Analyse, Kundenservice. Nicht in zehn Jahren. Die Menschen, die diese Systeme bauen, sagen ein bis fünf Jahre. Manche sagen weniger. Und nach dem, was ich allein in den letzten paar Monaten gesehen habe, halte ich „weniger“ für wahrscheinlicher.“ Über die Verwaltung von Finanzamt bis zur Bau- und Verkehrsplanung redet er nicht einmal…

„KI ersetzt nicht eine einzelne spezifische Fähigkeit. Sie ist ein allgemeiner Ersatz für kognitive Arbeit. Sie wird gleichzeitig in allem besser. … KI hinterlässt keine bequeme Lücke, in die man wechseln kann. Wofür auch immer du dich umschulst — sie wird auch darin besser.“

„Viele Menschen finden Trost in der Vorstellung, dass bestimmte Dinge sicher seien. Dass KI die Routinearbeit übernehmen könne, aber nicht menschliches Urteilsvermögen, Kreativität, strategisches Denken, Empathie ersetzen könne. Das habe ich früher auch gesagt. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das noch glaube.“ … „Ich denke, die ehrliche Antwort lautet: Nichts, was am Computer erledigt wird, ist mittelfristig sicher. Wenn dein Job auf einem Bildschirm stattfindet — wenn der Kern deiner Arbeit Lesen, Schreiben, Analysieren, Entscheiden, Kommunizieren über eine Tastatur ist — dann wird KI bedeutende Teile davon übernehmen. Die Zeitlinie ist nicht „irgendwann“. Sie hat bereits begonnen.“

Aber was tun in dieser Situation?

„Ich schreibe das nicht, um dir ein Gefühl der Hilflosigkeit zu geben. Ich schreibe es, weil ich glaube, dass der größte Vorteil, den du im Moment haben kannst, einfach darin besteht, früh dran zu sein. Früh darin, es zu verstehen. Früh darin, es zu nutzen. Früh darin, dich anzupassen.“ …“Das könnte das wichtigste Jahr deiner Karriere sein. Handle entsprechend. Ich sage das nicht, um dich zu stressen. Ich sage es, weil es im Moment ein kurzes Zeitfenster gibt, in dem die meisten Menschen in den meisten Unternehmen das noch ignorieren.“

„Die Menschen, die diese Technologie bauen, sind gleichzeitig aufgeregter und verängstigter als irgendjemand sonst auf dem Planeten. Sie glauben, sie sei zu mächtig, um sie zu stoppen, und zu wichtig, um sie aufzugeben. Ob das Weisheit oder Rationalisierung ist, weiß ich nicht.“ …“Ich weiß, dass diejenigen, die hier am besten herauskommen, diejenigen sind, die jetzt anfangen, sich damit auseinanderzusetzen — nicht mit Angst, sondern mit Neugier und einem Gefühl der Dringlichkeit.“

Ich empfehle dringend, den gesamten Artikel zu lesen …und dann noch einmal.

Die Bereiche, in denen weiter Menschen nötig sein werden, sehe ich derzeit (noch):

  • Beaufsichtigung der KI und Haftung für die Ergebnisse – es wird immer jemanden geben müssen, der für die Ergebnisse der KI in die Haftung geht.
  • bei allen Daten, die man bewusst nicht einer KI geben möchte – also allen persönlichen, medizinischen oder gar intimen Informationen – falls die Daten nicht sowieso schon irgendwo im Hintergrund gesammelt und zugeordnet wurden…)
  • alles, was im Leben (noch) nicht als Daten existiert und bisher nur in der realen Welt beobachtbar ist – von ungewöhnlichen Naturphänomenen (Geier auf Rügen) über nicht kartierte Hügelgräber und alte Schiffahrtsrouten bis hin zu Synchronizitäten oder Deja Vus

Die KI wird uns dazu zwingen, uns auf das spezifisch Menschliche zu konzentrieren.

Führungskräfte ohne innere Führung werden von KI ersetzt, nicht ergänzt.

KI spaltet die Geister: am einen Ende der Skala Begeisterung und Zukunftsoptimismus, am anderen Ende völlige Ablehnung und Angst vor einer KI-gestützten, technokratischen Diktatur. Beide Positionen kann ich weitgehend nachvollziehen, dennoch frage ich immer pragmatisch wer das eigentlich alles tun soll: die KI programmieren, die Daten für die KI „einhegen“, sie an die Bedürfnisse von wem (aus welchen Gründen) wie anpassen, sie überwachen – und den Überwacher überwachen.

Die Auswirkungen auf die geistige, emotionale, auch körperliche und vielleicht spirituelle Entwicklung – oder Degeneration – werden jetzt bereits in ersten Studien sichtbar. Es sieht nicht gut aus…

Wie die vielen „freigestellten“ Menschen leben sollen und wovon, erschließt sich mir noch nicht – und es werden viele Menschen sein, sehr viele, deren Arbeit von KIs übernommen wird. In Kombination mit Robotern wird es selbst in den Berufen mit viel „Handarbeit“ deutlich weniger Arbeitsplätze geben.

Und wie sieht es mit den Führungskräften aus, dem Management?

Was liegt näher, als eine KI selbst zu befragen. Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit, die Marketing-KI von Herrmann Scherer testen zu dürfen und war beeindruckt:


Mission Statement: Ich helfe Führungskräften, deren Arbeitsplätze durch KI bedroht sind, ihre innere Führung und Intuition zu entdecken, um KI nicht nur zu beaufsichtigen, sondern auch zu kontrollieren und Entscheidungen zu korrigieren. So gewinnen sie Freiheit, treffen bessere Entscheidungen und übernehmen volle Selbstverantwortung.

Slogan-Vorschläge: „Intuition: Dein Vorteil gegenüber KI.“ oder auch „Freiheit durch Entscheidungen im Einklang mit Dir selbst.“

Thesen sollen provozieren, zum Nachdenken anregen und gleichzeitig die Einzigartigkeit meines Ansatzes unterstreichen:

  1. „KI kann Daten analysieren, aber keine Intuition entwickeln – das bleibt Deine Superkraft.“
  2. „Wer nur auf KI vertraut, verliert die Fähigkeit, selbst zu führen.“
  3. „Führungskräfte ohne innere Führung werden von KI ersetzt, nicht ergänzt.“
  4. „Ohne innere Führung wird KI zur unkontrollierten Macht.“
  5. „Nur wer sich selbst führt, kann auch KI führen.“

Natürlich habe ich schon aussortiert und nachgebessert, dennoch ist das Ergebnis bemerkenswert. Mein Webinar Im Einklang mit dem Leben dazu findest Du hier.

Nur mit innerer Führung kannst Du Dich, andere oder eine KI führen.