Die Tafeln von Chartres – Der direkte Weg zur Hemisphären-Synchronisation

Die Tafeln von Chartres sind ein Meditationswerkzeug, das auf optischer Illusion (Stereogramm) basiert, um einen messbaren Zustand fokussierter Entspannung zu erzeugen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Methoden bietet die Technik ein sofortiges, objektives Feedback: Das Zielbild ist sichtbar oder nicht.

Die Praxis in Kürze: Betrachte die zwei farbigen Tafelreihen (je Kreis, Quadrat, Rechteck) mit einem weichen Blick. Anstatt die Bilder scharf zu stellen, schiele leicht nach innen (konvergent), als würdest Du durch das Bild hindurchsehen. Dadurch überlagern sich die linke und rechte Reihe und erzeugen in der Mitte eine virtuelle dritte Reihe, die räumlich leicht hervortritt.

Anfangs wird die mittlere Reihe schwanken oder die Farben werden zwischen Rot und Blau pendeln (Zeichen der noch getrennten Gehirnhälften-Aktivität). Bleibe entspannt im Fokus.
Sobald sich die Gehirnhälften synchronisieren, stabilisiert sich das Bild und die Farbe schlägt in ein ruhiges Violett um.
Halte diesen Zustand so lange wie möglich. Dies fördert die Synchronisation der Gehirnhälften, führt zu tiefer Entspannung und kann bei regelmäßiger Übung den Zugang zu erweiterten Bewusstseinszuständen öffnen.


Ausführliche Anleitung für die Praxis

Medium: Nutze einen farbigen Ausdruck der Tafeln (DIN A4 oder kleiner).
Abstand: Bei A4-Format beträgt der optimale Abstand ca. 1,5 Meter, bei kleineren Ausdrucken entsprechend weniger. Experimentiere, bis alle drei Figuren gleichzeitig im Blickfeld sind.
Störquellen: Die Technik wirkt im natürlichen Tageslicht am intensivsten, da elektromagnetische Frequenzen und das Kunstlichtspektrum die Entspannung stören können.
Haltung: Ob sitzend, stehend oder liegend – wichtig ist eine entspannte Nackenhaltung. Wenn Du liegend übst (Tafeln an der Decke), achte darauf, dass der Atlaswirbel (oberster Halswirbel) nicht durch ein Kissen abgeknickt wird, da die Augenmuskulatur direkt auf die Wirbelausrichtung wirkt.

Die Technik: Der „weiche Blick“

Fixiere zunächst einen Punkt zwischen Dir und den Tafeln (z. B. den Zeigefinger der ausgestreckten Hand). Variiere den Abstand, bis sich die beiden Tafelreihen im Hintergrund zu drei Reihen überlagern.
Sobald die mittlere, virtuelle Reihe erscheint, fixiere diese und entferne langsam den Finger, ohne die Augenstellung zu verändern.

Die Schiel-Technik: Das linke Auge blickt auf die rechte Tafelreihe, das rechte Auge auf die linke. Es erfordert eine Balance aus Anspannung und Loslassen: Zu viel Druck lässt das Bild zerfallen, zu wenig lässt es verschwimmen.

Interpretation des Prozesses

Es ist normal, dass die mittlere Reihe instabil ist oder die Farben zwischen Rot und Blau wechseln. Dies spiegelt die noch dominante Aktivität einer Gehirnhälfte wider.
Mit der Übung pendelt sich das Bild ein, die Farbe wird violett (als Mischung aus Rot und Blau), und die Reihe scheint stabil zu schweben. Dies gilt als Indikator für die Hemisphären-Balance.
Halte den Zustand der „mühelosen Wachheit“. Sobald Ablenkung eintritt, zerfällt das Bild – dies dient als sofortiges Feedback für Deinen Konzentrationszustand.

Geschichtliche Hintergründe

Die Herkunft der Tafeln ist von Legenden und mündlicher Tradition geprägt. Die Technik soll von französischen Zigeunern überliefert worden sein, die während der Inquisition einen geheimen Bauplan der Kathedrale von Chartres (erbaut ca. 1200) bewahrten. Die geometrischen Formen (Kreis, Quadrat, Rechteck im Verhältnis 2:1) entsprechen der sakralen Geometrie der Kathedrale und symbolisieren die „Quadratur des Kreises“ – ein mathematisch unlösbares Problem, das hier als Mittel zur Überwindung rationaler Denkmuster dient.

Schriftlich fixiert wurde die Methode erst spät: Erstmals erwähnt wurde sie 1977 in einem Kontext über Roma-Traditionen (Derlon). Bekannt gemacht wurde sie vor allem durch George Pennington, der 16 Jahre lang mit der Technik arbeitete, bevor er seine Erkenntnisse publizierte. Weitere Verbreitung fand sie durch Autoren wie Grazyna Fosar, Franz Bludorf und Michael Berstecher. Trotz der jahrhundertealten Wurzeln der Formen bleibt das genaue Alter der Meditationspraxis im Dunkeln, da sie lange rein mündlich weitergegeben wurde.